FSME (Frhsommer-Meningo-Enzephalitis)

Allgemeines
In bestimmten FSME-Riskogebieten (z.B. auch Baden-Württemberg) besteht eine erhöhte Gefahr, an Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (Hirnentzündung) zu erkranken. Der FSME-Auslöser ist ein Virus, das bei einem Zeckenstich auf den Menschen übertragen werden kann. Das Krankheitsbild ist sehr variabel, kann aber auch lebensbedrohlich verlaufen.

Krankheitsbild
Zecken leben bevorzugt in Bodenähe. Sie befinden sich bevorzugt auf Sträuchern, Gräsern und in Büschen und lassen sich nicht, wie oft behauptet, von Bäumen herunterfallen. Dementsprechend sind die Gelegenheiten vielfältig, von Zecken gestochen zu werden. Beim Stich werden die FSME-Erreger von der Zecke auf den Menschen übertragen.

Bei Kindern ist der Krankheitsverlauf in der Regel mild, allerdings können bei bis zu 10% der erkrankten Kinder neurologische Folgen (Konzentrationsstörungen, Lähmungserscheinungen oder Epilepsie) auftreten. Etwa 1% entwickeln sogar schwere Verläufe mit tödlichem Ausgang.

Innerhalb weniger Tage nach einem Stich mit einer infizierten Zecke kommt es bei etwa 1/3 der Betroffenen zu einem grippeähnlichen Krankheitsbild mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach einem anschließenden symptomfreien Intervall, das bis zu 3 Wochen dauern kann, treten erneut Fieberattacken sowie neurologische Beschwerden (Bewusstseinsstörungen, Lähmungen) Patienten auf. Bei 60% der an FSME-Erkrankten tritt eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auf, bei 30% eine Hirn- und Hirnhautentzündung (Meningoenzephalitis), bei 10% eine zusätzliche Rückenmarkentzündung (Meningoenzephalomyelitis).

Bei schwerem Verlauf kann die Erkrankung bleibende Schäden hinterlassen oder sogar zum Tod führen. Symptome können lebenslang bestehen bleiben, (z.B. Kopfschmerzen, Lähmungen oder Gleichgewichtsstörungen). Auch bei leichteren Krankheitsverläufen ist es möglich, dass noch über Wochen vorübergehende Persönlichkeitsveränderungen beobachtet werden.

 

Therapie
Die Therapie erfolgt symptomatisch (Fiebersenkung, Schmerzlinderung, Flüssigkeitszufuhr). Eine spezifische antivirale Therapie ist nicht möglich. Antibiotika oder andere Medikamente helfen bei einer FSME-Infektion nicht.

Erste Hilfe bei Zeckenstich
Nach jedem Aufenthalt in der Natur ist es wichtig, den Körper gründlich nach Zecken abzusuchen. Zecken sollten in jedem Fall so schnell wie möglich aus der Haut entfernt werden, da sie schon in relativ kurzer Zeit die Erkrankung übertragen können.

Die Zecke sollte so vollständig wie möglich mit einer speziellen, flach gebogenen Pinzette o.ä. nahe an der Einstichstelle erfasst und unter vorsichtigem Zug entfernt werden. Ist keine Pinzette zur Hand, kann die Zecke auch unter vorsichtigem Drehen mit den Fingernägeln nach oben herausgezogen werden.

Quetschen oder Zerdrücken des Zeckenkörpers sollte dabei vermieden werden. Auch sollte man auf gar keinen Fall die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Nagellack traktieren.

Impfschutz
Um das Risiko vor Zeckenstichen möglichst klein zu halten, ist es ratsam in FSME-Risikogebieten geschlossene, helle Kleidung und feste Schuhe zu tragen. Für Kinder, die in Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten, bietet die FSME-Impfung den sichersten Schutz vor einer Erkrankung. Man empfiehlt die FSME-Impfung ab einem Alter von etwa 3 Jahren. Es stehen spezielle Impfstoffe für Kinder zur Verfügung.

Die Grundimmunisierung wir mit 3 Dosen durchgeführt:

  • 1. Impfung: Tag 0
  • 2. Impfung: nach 1-3 Monaten
  • 3. Impfung: nach 9-12 Monaten

Eine erste Auffrischimpfung des FSME-Impfschutzes sollte 3 Jahre nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung erfolgen, alle weiteren Auffrischimpfungen alle 5 Jahre.